Die Mäuse im neuen Heim

August 2004

Die Mäuse ziehen ein

Nachdem wir fast ein dreiviertel Jahr unsere Süßen regelmäßig im TH besucht hatten, schließlich ein Häuschen mit Garten und erlaubter Tierhaltung gefunden hatten, zogen Bobby und Lupo am 30. August 2004 bei uns ein.

Meine Güte, das war echt aufregend! Zum einen natürlich, weil die beiden unsere ersten Hunde überhaupt sind, zum anderen aber auch, weil wir gerade mal 3 Tage vorher selbst ins Häusle gezogen waren, alles noch recht chaotisch war - und mit Sicherheit das, was man gerade suchte, sich im anderen Stockwerk befand...

Jedenfalls kamen wir alle schon mal völlig durchnäßt zuhause an und ließen die Hunde erst mal in den Garten. Ihre Unterkunft ist das Zimmer mit dem Gartenzugang, und zum Glück ließ sich Lupo doch recht bald mit Futter hinein locken. Er hatte ja wohl noch nie bei Menschen gelebt, und alle "unatürlichen" Untergründe waren ihm zunächst suspekt und gefährlich...

Während Bob mir die ersten Tage jeden Meter am Bein hing, beschränkte sich Lupo nur auf den Flur und sein Zimmer. Nachts blieben sie zwar ruhig in ihren Kudden, aber pünktlich um 5 kratzte und fiepte es an unserer Schlafzimmertür: Bobby! Bobby musste nicht etwa pieseln, er musste sich lediglich vergewissern, daß ich da bin und mich einfach superstürmisch begrüßen :-)

Wen es genauer interessiert, wie der Einzug und die ersten Stunden so gelaufen sind, kann ja mal beim Ersten Tag reinschaun ;-) In meinem Lieblingshundeforum habe ich die erste Zeit eigentlich regelmäßig "Bericht erstattet" und mich natürlich zu allen möglichen Dingen ausgetauscht und beraten lassen. Der Einfachheit halber stelle ich hier einige meiner Beiträge zusammen.

An dieser Stelle auch noch mal ganz herzlichen Dank an all die lieben Leute, die mir immer wieder mit Rat und Verständnis beigestanden haben! :-)

 

September 2004

Erste Eingewöhnung

Ein bisschen gewagt war es ja: mein Freund hatte noch genau 5 Tage Urlaub (ich konnte überhaupt keinen nehmen), und dann mussten die Mäuse auch schon bis kurz nach 14:00 alleine bleiben. Nun ja, wir sind einfach mal davon ausgegangen, daß sie beide nach fast 2 Jahren im Tierheim das Alleinsein gewöhnt sein sollten... So verkehrt war die Einschätzung wohl auch nicht ;-) Sie wurden jeden Tag etwas länger allein gelassen, und als wir schließlich beide wieder arbeiten waren, waren nach meiner Rückkehr zumindest nie Spuren von Zerstörung oder so zu finden. So gesehen blieb ja auch der Rhythmus für die beiden ähnlich: die ganzen Monate zuvor war ich schließlich jeden Tag um kurz nach 2 im Tierheim.

Die ersten Tage zogen die beiden ziemlich heftig an der Leine! Das kannten von ihnen gar nicht sooo sehr: von Bobby nur, wenn er Wild in der Nase hat und von Lupo eigentlich übehaupt nicht. Unterwegs waren sie auch kaum ansprechbar, insofern waren die Runden in den ersten Tagen echt etwas anstrengend ;-) Zum Glück legte sich beides recht bald wieder.

Nach 4 oder 5 Tagen fing Bobby plöztlich an zu mäkeln. Nachdem er die ersten Tage gut gefressen hatte, ließ er plötzlich halbe bis ganz Portionen stehen und machte auch so irgendwie einen unglücklichen Eindruck, ließ sich zu nichts motivieren.

Ich glaube, insgesamt ist es ihm schwerer gefallen, sich in diese neue Situation einzufinden. Liegt vielleicht auch daran, dass er ziemlich auf mich fixiert ist, mich jetzt aber mit Freund und Lupo teilen muss... War jedenfalls echt nicht leicht für mich da durch zu gehen, nicht unruhig zu werden und in eine depressive, ängstliche Stimmung zu geraten - ich hab's nicht wirklich immer geschafft... ;-)

Trotzdem, nach ein paar Tagen hatte sein Tief zum Glück ein Ende! Beim zweiten mal, als es Leckerli und Trockenfisch zum Auspacken aus Papier, Eierkartons etc. gab, hat er schon begeistert mitgemacht und sich recht geschickt angestellt :-)

Lupos Lebenraum im Haus beschränkte sich fast 2 Wochen lang auf das Hundezimmer und den Flur im EG. Manchmal wagte er todesmutig die 50 cm Parkett bis zum nächsten Teppich zu überqueren, um zu uns ins Wohnzimmer zu gelangen. Dann konnte es aber passieren, daß er einfach nicht wieder rauskam, die 50 cm bis zum Flur konnten plötzlich wieder unüberwindbar sein ;-)
Am 10. September geschah dann das "Wunder": Lupi hat die Treppe ins OG gemeistert! Und das ganz ohne Stufenmatten - die waren zwar extra für ihn bestellt, aber noch nicht geliefert worden.

Irgendwie scheinen 2 Wochen eine erste magische Grenze zu sein ;-) Wenn ich so nachlese: dass Bobby uns jeden Morgen PÜNKTLICH um 20 nach 4 mit Kratzen und Winseln geweckt hat, hat ebenfalls nach 2 Wochen aufgehört. Ich durfte nun bis zum echten Weckerklingeln um 5 schlafen, und wurde dann erst freudig begrüßt.

Was die Stubenreinheit anbelangt, so war die Bilanz des ersten Monats lediglich 5 Pfützen und ein Haufen *g* Das alles ging auf Bobbys (bzw. unser...) Konto! Das Böbchen trinkt halt recht viel, und ich habe seine - wirklich dezenten! - Anzeichen noch nicht zu deuten gewußt. Dass Lupino, der alte Streuner, von Anfang an stubenrein war, finde ich immer noch völlig faszinierend!

 

Abschied von Eiko

Eiko war der "langmonatige" Mitbewohner von Lupo im TH, ausserdem der erste Hund, mit dem ich dort regelmäßig Gassi ging. Mit ihm und seinem Paten haben wir viele, viele gemeinsame Ausflüge unternommen. Auch für Eiko hatte ich eine kleine Homepage gebastelt - und über diese hat er tatsächlich am Ende seine neuen Leute gefunden!

Am 19. September wurde Eiko in sein neues Zuhause abgeholt. Vormittags kamen zum Abschied sein Pate und er zu uns Besuch. Als hätte er was geahnt, ist Eiko seinem Paten kaum von der Seite gewichen, um z.B. das Terrain zu sondieren... Naja, die Stimmung war natürlich auch einigermaßen gedrückt, denn so sehr man auch weiß, es ist besser so, fällt der Abschied doch schwer.

Aber ich glaube, Eiko (heute "Aiko" ;-)) hat so mit das schönste Zuhause gefunden, das man sich für einen Hund wünschen kann :-) Ich stehe noch in Kontakt mit Aikos neuem Frauchen und lese das aus jeder Mail.

 

Oktober 2004

Irgendwie war ja alles ZU glatt gelaufen bisher ;-) Die zwei Nasen lebten sich immer mehr ein, fühlten sich zuhause. Bobby klebte immer weniger an mir, oft lag er jetzt schon auf dem Flur vor meinem Zimmer, sprang nicht mehr jedesmal auf, wenn ich nur aufstand - in meiner Nähe musste er aber schon noch sein, bzw. wissen wo ich bin! Auf jeden Fall war diese Entwicklung eine echte Entspannung für mich.

Nächtliche Ruhestörung

Nachdem die Nächte insgesamt auch ruhiger geworden waren, wir wenigstens halbwegs ausschlafen durften, fing Lupo im Oktober plöztlich an, sich irgenwie "in den Schlaf zu wuffeln". Das war natürlich vor der Schlafzimmertür schon ein bisschen nervig. Kaum gingen wir alle ins Bett und Lupi lag in seiner Kudde ging es auch schon los: mit einem leisen RRRRRRRRRR-Wuff-Wuff! (das sich ja noch echt niedlich anhört) fing es an, und dann bellte Lupo bestimmt eine Viertelstunde vor sich hin... Dabei lief er auch nicht rum oder so - nein, er lag im Bettchen und kläffte. Manchmal wiederholte er auch nachts das Konzert. Es schien aber nix DA zu sein, den Bobby gibt keinen Mucks von sich.

Wir versuchten es also zunächst mit Licht anlassen. Kauften dann so eine schwache "Notbeleuchtung" für die Steckdose, da wir andererseits den Eindruck hatten, Bobby schätzt ZU viel Licht nachts dann aber auch wieder nicht. Ich bilde mir ein, es sei zunächst auch wieder besser geworden. Aber in der 2. Novemberhälfte ging es es wieder los - und diesmal so richtig! Lupo steigerte sich heftig hinein, das animierte dann auch noch Bobby zum Mitmachen. Der Rekord eines solchen Bellkonzertes lag bei eineinhalb Stunden! (Es war Sonntag abend, um 11 fing es an - am Montag um 5 klingelte der Wecker...)

Schimpfen, "Schlafliedchen singen" - alles in unserer Verzweiflung versucht - brachte nichts. Tatsächlich kehrte erst Ruhe ein, als wir unserem Prinzip "das Schlafzimmer ist tabu, und die Tür bleibt auch zu!" untreu wurden.

 

November 2004

Der Mäusefänger von H.

Eigentlich wollte ich ja unseren Süßen die vierteljährliche Entwurmung ersparen bzw. zumindest erst über eine Kotuntersuchung auf einen Befall prüfen lassen. Leider ist das aber wohl nicht soo zuverlässig, und zum anderen hat es bei unserem Lupinchen keinen Sinn:
Ich hatte zwar seit seinem allerersten Tag bei uns nicht mehr beobachten können, daß er eine Maus erwischt hatte, aber das sollte sich ändern... Mitte November bekamen die beiden - trozt negativ befundenener Kotprobe - über ein Wochenende Entwurmungstabletten. Tja, und dann ging's los: gleich am Montag drauf fing Lupo eine Maus und verspeiste sie - ist klar. Und so ging es weiter, an 4 Tagen hintereinander! Lediglich am Donnerstag waren meine Kämpfe, ihm - und Bob - die Maus abspenstig zu machen, von Erfolg gekrönt.

Nicht ganz so schlimm, aber immerhin, es ging und geht weiter. Wir scheinen aber nicht nur in einem Wild- sondern auch in einem Mäusparadies zu leben! An manchen Tagen ist es echt fürchterlich, Lupo findet an allen Ecken so ein Kleintier, und er scheint da mittlerweile noch mehr Talent entwickelt zu haben: ich schätze, im Schnitt verspeist er 1-2 Nager pro Woche...

 

 

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